über Grimburg

Schon im Mittelalter zur Zeit der Kreuzzüge wurde die Burganlage Grimburg gegründet, eine der sieben trierischen Landesburgen. Zu dieser Zeit war das nächstliegende Dorf Grenderich. Doch schon um 1455 wird das Dorf Sauscheid erwähnt, das rund 500 Jahre später, nur etwa zwei Kilometer von der jahrelang verfallenden inzwischen aber restaurierten Burganlage gelegen, offiziell den Namen Grimburg erhält.

Auch der Name Sauscheid hatte sich schon über die Jahrhunderte verändert, wodurch auch seine Herkunft nicht mehr so genau bestimmt werden kann. Sogar die späte Erwähnung in den Urkunden rührt daher, dass der Ort keine eigene Gemeinde war, sondern zusammen mit Gusenburg zu Grenderich gehörte. Die ersten belegten Namen sind 1455 Saurscheit, 1467 Suirscheit und 1511 Surscheit. Der zweite Teil „scheit“ weist auf das mittelhochdeutsche Wort für „Trennung“ oder „Scheidung“ hin, was für Grenzscheide sprechen würde. Eine Vermischung mit dem keltischen Wort „ceton“, das für Wald steht und heute noch etwa in dem hochdeutschen (Holz-)scheit steckt, ist denkbar. Der erste Teil „suir“ oder „sur“ wurde als „Süd“ gedeutet, mittelhochdeutsch würde eher für die Übersetzung „sauer“ sprechen, was jedoch für die Namensdeutung nicht unbedingt weiterhilft.

Die Besiedelung lief stets in sehr kleinem Rahmen ab, so wurden vor dem Dreißigjährigen Krieg 13 Häuser gezählt. Um 1700 entsteht dann auch der Grimburger Hof am Fuße des Burgbergs im Bachtal der Wadrill. Er wurde gegründet, um nach dem Brand des Hofhauses der Grimburg die Ländereien zu verwalten. Die Burg selbst wurde schließlich von den Franzosen zur Zeit der Besetzung Deutschlands gebrandschatzt und zerfiel seitdem.

Die Einwohnerzahl des Ortes entwickelt sich nur langsam, auch nachdem der Ort Grenderich von der Pest dahingerafft und ausgestorben ist. Vom Beginn des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts verdoppelt sich die Einwohnerzahl, jedoch nur lediglich auf etwa 400.

Im Jahre 1932 wird Sauscheid offiziell in Grimburg umbenannt und hat heute etwa 504 Einwohner (Stand 2008). Die Burg ist dank des Fördervereins inzwischen zu großen Teilen restauriert und im malerischen Schwarzwälder Hochwald am Saar-Hunsrück-Steig zum Publikumsmagneten geworden.

Die Region um Grimburg grenzt im Osten an den Raum Hermeskeil und im Süden an das nur wenige Kilometer entfernte Saarland und liegt mitten im Hunsrück. Die Landschaft ist durch flache teils lang auslaufende Hänge gekennzeichnet. Der Boden ist lehmig und schieferhaltig und nur noch etwa zur Hälfte bewaldet. Die Fläche der Gemarkung beträgt etwa 1000 ha und schließt ein Tal mit seinen zwei Hangseiten ein. Der Ort liegt auf etwa 470 m Höhe und schmiegt sich an einen flachen Hang. Im Norden fließt die Wadrill auf der anderen Seite der Mühlenbach. Am Fuße des Zusammenflusses beider Bäche steigt ein steil aufragender Bergsporn auf etwa 500 m Höhe, auf dessen exponiertem Rücken wurde die kurfürstliche Landesburg Grimburg erbaut.

Der Ort Grimburg entwickelte sich nicht wie oft üblich quer zum Bachtal, sondern auf einem flach ansteigenden Bereich parallel am Hang. Der historische Ortskern, der seit dem frühen 19. Jahrhundert überdauert hat, zeigt eine charakteristische Ausweitung von Straßenverzweigungen.

Nachdem die Burg im Laufe des 18. Jahrhunderts mehr und mehr in Trümmer gefallen war, wurde sie in den Aufzeichnungen der Amtsstuben aus dieser Zeit nur noch als „ein verehrliches Denkmal des Altertums“ geführt. In den Beschreibungen von damals findet lediglich nur noch ein kleiner Flecken Erwähnung, der nahe der Burg gelegen ist und „von dem schon lange nichts mehr als der Name bekannt sei“. Erstaunlicherweise hatte aber dieser kleine Flecken bereits 1332 durch Kaiser Ludwig den Bayer das Stadtrecht erhalten. Auch wenn der kleine Ort heute weit davon entfernt sein mag, je wieder in den Genuss dieses Privilegs zu gelangen, spüren seine Bewohner und seine Besucher immer noch diesen Hauch der großen Geschichte und fühlen sich der Tradition des Ortes verpflichtet. So führt der kleine Flecken auch heute den Namen Grimburg in seinem eigenen Charme weiter.

Eintrag Wikipedia – Grimburg .

Videobeitrag des SWR Sendung Hierzuland über Grimburg External link.

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