Steinstele

Auf den Spuren der Seele der Landschaft…

heißt ein in Kooperation mit dem Naturpark Saar-Hunsrück realisiertes Projekt, wo – in der Tradition unserer keltischen Vorfahren – an sieben Orten im Hunsrück jeweils eine Stein aufgestellt wurde. Die in Gemeinschaftsarbeit entwickelten und in Stein gehauenen Zeichen entstanden im Versuch, die am Ort und in der umgebenden Landschaft gefundenen Qualitäten zu würdigen und ihnen einen künstlerischen Ausdruck zu verleihen.

Der Stein an der Ölbergkapelle, auf halbem Weg zwischen der Grimburg und dem Dorf selben Namens, steht auf einer der langgestreckten Kuppen, mit denen der Hunsrück in Richtung Saarland ausläuft, umflossen vom Mühlenbach und der Wadrill, die – sozusagen als Botschafterin des Saarlandes – weit in den Hunsrück hineinreicht.

Das Zeichen des Steines greift einerseits mit seiner senkrechten Lemniskate das Motto des auf den Hermeskeiler Erzberg gesetzten Steines auf, den freundschaftlichen Austausch von Süd und Nord, Saarland und Hunsrück.

Der in den Armen zweier Bäche geformte Hügel inspirierte uns zudem zu einer

Würdigung der weiblichen Schöpfungskraft: Empfänglichkeit – hinspüren und sich einfühlen – dem Neuen einen Schutzraum geben – mit seinem Kind schwanger gehen, bis es reif ist, in die Welt geboren zu werden – es mit Liebe umsorgen, hegen und pflegen, damit es gesund wachsen kann.

Die dramatische Lage der Natur, unserer ökologischen Lebensgrundlagen, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass wir im Verlaufe der Geschichte diese lebensdienenden Qualitäten aus dem Öffentlichen, aus Politik und Wirtschaft verdrängt haben. Die Grimburg war mit seinen Hexenprozessen eine der Schauplätze für die vielleicht traumatischste Phase dieser Entwicklung. Wir möchten hier ein Zeichen setzen für eine Kultur, in der das aktive Wirken mehr eingebettet ist in eine einfühlsame, Raum lassende und pflegende Haltung dem Leben gegenüber.

Neugeburt und Erneuerung – das Thema klingt auch in der Namensgebung der Kapelle an: Am Ölberg verkündete Christus seine Vision von Apokalypse und Erlösung der Menschheit. In den die Grimburg umfließenden und in die Saar mündenden Bächen finden wir ein Bild für die Erneuerung, welche möglich ist, wenn wir zu einer Art Fortschritt finden, der sich mit den Quellen rückverbindet, und aus ihnen heraus immer wieder neu verjüngt.

Matthias Lilienmond

 

Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie im Volksfreund online-Artikel vom 18.07.2019.

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